Gutshof von Lielvirbi

Dieser Ort ist schon seit alten Zeiten bewohnt, wovon ein Friedhof der Kuren zeugt, der sich unweit von Lielvirbi befindet. Der Gutshof ist zum ersten Mal urkundlich im Jahr 1429 erwähnt worden. Es ist zu glauben, dass die Familien kurischen Ursprungs (Gudeķi und Poisi) als die ersten die Grundstücke des Gutshofes als Lehen erhalten haben. Später waren die Besitzer des Gutshofes von Lielvirbi Adlige deutschen Ursprungs – von Oldenbokum, von Manteuffel-Szöge, von Stromberg und von Fircks.

Von 1800 bis 1802 arbeitete hier als der Musiklehrer der Kinder von Baron von Stromberg der Geigenspieler und Pfarrer Carl Ferdinand Amenda, der ein naher Freund des weltbekannten Komponisten Ludwig van Beethoven war. Bis heute haben sich auch Belege darüber erhalten, wie Ludwig van Beethoven Briefe nach Virbi geschickt hat.

Der Komplex mit den Gebäuden im Zentrum des Gutshofes hat sich am Ende des 18. Jhs. und am Anfang des 19. Jhs. gebildet. Am schnellsten hat sich der Gutshof in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. entwickelt, als im Jahr 1854 die Familie von Stromberg den Gutshof dem Baron von Fircks verkauft hat. Im Zentrum des Gutshofes sollen sich mindestens 28 Gebäude befunden haben, weil der neue Wirt ein breites Spektrum an wirtschaftlichen Tätigkeiten entfaltet hat, indem er sowohl Spiritus hergestellt, als auch Zuchtvieh gehalten hat.

Ende des 19. Jhs. wurde um das Herrenhaus ein Park im englischen Stil mit verschiedenen ausländischen Bäumen eingerichtet. Um das Jahr 1875 wurde das Herrenhaus im Stil Historismus laut einem Projekt umgebaut, das der Architekt Teodors Zeilers entwickelt hatte, der seine Ausbildung in Berlin erworben hatte. Nach der Agrarreform wurde der Gutshof zuerst verpachtet, aber danach hat das Eigentumsrecht die Republik Lettland erhalten. Während der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik befanden sich im Herrenhaus eine Schule, eine Bibliothek und mehrere Wohnungen, aber in den Wirtschaftshäusern setzten die Arbeit die Schnapsbrennerei, Werkstätte und andere Tätigkeiten fort. Im Jahr 1972 wurde die Schule geschlossen. Seit 1992 wurde das Gebäude langsam verlassen und demoliert, aber der Gebäudekomplex wurde geteilt. Zum Teil gelangen die Gebäude in privaten Händen, mehrmals haben sich die Eigentümer gewechselt.

Seit 2002 erlebt der Gutshof eine langsame Wiedergeburt, weil das Schloss, die Kornkammer, die Wäscherei und das Knechthaus erneuert worden sind. Auf dem Gelände des Gutshofes befinden sich die alte Schnapsbrennerei, die früher ohne Dach war und jetzt konserviert ist, sowie andere Gebäude.

Zurzeit empfängt der Gutshof von Lielvirbi nach dem Ende der Rekonstruktion Gäste in seinen prächtigen Räumen – in den Festsälen und Zimmern des Herrenhauses, sowie in dem Festsaal der Kornkammer und in den gemütlichen Appartementen des Gästehauses. Das Gelände des Zentrums des Gutshofes ist für die Öffentlichkeit zugänglich nur dann, wenn es vorher angemeldet wird.

Lielvirbu muiža, Abavas pagasts, Talsu novads
57.08620,,22.574072Tālrunis ikona +371 29402605